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Götz Werner

Götz W. Werner, geb. 1944 in Heidelberg, machte nach der mittleren Reife in Konstanz eine Lehre zum Drogisten. 1973 gründete er seinen ersten Laden in Karlsruhe. Heute umfasst seine Drogeriemarktkette dm europaweit rund 1500 Filialen, in denen 21.000 Mitarbeiter 3,1 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Bei seiner Unternehmensführung stellt er den Menschen in den Mittelpunkt.

Er ist Vorsitzender der dm-Geschäftsführung und leitet zudem als Professor das Interfakultative Institut für Entrepreneurship der Universität Karlsruhe (TH). Werner ist in zweiter Ehe verheiratet und hat sieben Kinder.


AKTUELL 24.11.2007
"Offener Brief an die Teilnehmer des Parteitages der Grünen"

Götz W. Werner fordert die Basis der Grünen auf, sich bei ihrem Parteitag für ein bedingungsloses Grundeinkommen auszusprechen: "Die politischen Eliten sperren sich mit aller Macht gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen, selbst wenn sie einen „sozialen Aufbruch“ fordern wie Bütikofer. Warum? Weil mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für die Topentscheider in allen Parteien ein schwerwiegender Machtverlust einhergeht. Noch konkreter: Der Verlust an Deutungs- und Entscheidungsmacht zur Frage, wer Zuwendungen vom Staat erhalten darf und wer nicht."


Götz W. Werner
Ein Grund für die Zukunft - Das Grundeinkommen
Interviews und Reaktionen
2006, ca. 60 Seiten, kartoniert
ca. EUR(D) 5,00/ EUR (A) 5,20 / CHF 9,30
ISBN 3-7725-1789-7 - Liefertermin: ca.Juli 2006

Der Gründer der dm-drogerie märkte, Götz W. Werner, tritt in vielen Vorträgen und Interviews für ein bedingungsloses GrundEinkommen? ein, das alle Bürger erhalten sollen. Die Einführung eines solchen Einkommens geht das Problem der Arbeitslosigkeit auf völlig neue Weise an und ermöglicht ein anderes Verhältnis zur Arbeit.

Wie lässt sich ein Bürgergeld finanzieren, welche Auswirkungen hätte es? Auf diese und viele weitere Fragen gibt Götz Werner überraschende, aber einleuchtende Antworten. Die Idee des voraussetzungslosen Grundeinkommens ist ein elementar wichtiger Beitrag zur Gestaltung unserer künftigen Wirtschaft und Gesellschaft.

Ein Bürgergeld für alle wird seit kurzem auch in der politischen Öffentlichkeit diskutiert, selbst Bundespräsident Horst Köhler regte an, über «eine Art Grundeinkommen» nachzudenken. Der weitest gehende Ansatz wird dabei von dem Unternehmer Prof. Götz Werner vertreten. In Interviews und Textbeiträgen wird seine Idee des Grundeinkommens hier vorgestellt. Auch andere bekannte Persönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft, die für ein Bürgergeld werben, kommen im ergänzenden Teil des Buches zu Wort, u.a. der Leiter des Hamburgischen WeltWirtschafts?-Instituts, Prof. Dr. Thomas Straubhaar, der Steuerfachmann Dr. Benediktus Hardorp und der Soziologe und Hochschulrektor Prof. Dr. Wolfgang Engler. Erläuternde Zahlen, Grafiken und Literaturangaben im Anhang ermöglichen eine weiter gehende Beschäftigung mit dem Thema.

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens zielt auf eine Trennung von Arbeit und Einkommen – ein notwendiger Schritt angesichts eines veränderten Arbeitsmarkts mit immer weiter fortschreitender Rationalisierung, damit einher gehenden Stellenabbaus und eines überforderten Staatshaushalts, der kulturelle und soziale Angebote immer weniger ermöglichen kann. Ein Bürgergeld für alle würde hier viele neue Chancen eröffnen. Wie sich ein solches Einkommen gesellschaftlich und kulturell auswirken würde, das skizzieren die Beiträge dieses Bandes.



Engpass: Ausbildung des Denkens Prof. Götz Werner über Nichtwissen

Das folgende Interview ist eine Vorabveröffentlichung aus dem Buch “Keine Ahnung?! Nichtwissen in Unternehmen” von Dr. Andreas Zeuch, welches im Frühjahr 2007 im Carl-Auer Verlag erscheint. Zeuch, Herausgeber des * (integral.blog: nichtwissen & intuition im business) befragte den Gründer und Inhaber der dm Drogeriemarkt-Kette, Prof. Götz Werner, welchen Einfluss Nichtwissen in Wirtschaft und Unternehmen hat. Die zunächst vielleicht unsinnig anmutende Frage nach dem Einfluss von “Nichtwissen” führt über Umwege zur Bedeutung von ziel- und zukunftsorientiertem Denken sowie Lernen und Entlernen.

Dr. Andreas Zeuch: Wie würden Sie Nichtwissen beschreiben? Was ist das überhaupt?

Prof. Götz Werner: Ich unterscheide zwei Aspekte von Nichtwissen. Für den ersten habe ich eine nette Anekdote. Ich kenne jemanden, der in vielen deut- schen Aufsichtsräten war und dadurch natürlich viele Insiderkennt- nisse hatte. Er wurde oft angesprochen und hatte dann folgende Antwort: „Es tut mir leid, aber wenn ich weniger darüber wüsste, könnte ich mehr darüber sagen.“ Wenn man also seriös antworten will, erlebe ich oft, dass man dann feststellt, dass man über eine Sache gar nicht soviel weiß, wie man glaubt zu wissen und man im aktuellen Fall eigentlich auch wissen müsste, aber man täuscht sich leicht darüber hinweg und denkt sich in eine falsche Sicherheit. Es geschieht oft im Leben - gerade wenn man unternehmerisch tätig ist - dass man denkt: „Da kennen wir uns aus“. Aber wenn man dann an die Sache rangeht, stellt man plötzlich fest, dass einem unheimlich viel Wissen fehlt. Also ist das NW größer, als das Wissen, obwohl man vorher der Meinung war: „das ist ganz einfach, das machen wir“. Der Volksmund sagt dazu: „Der Teufel steckt im Detail“. Man weiß zwar so ungefähr, wie das geht. Aber wenn man das dann tatsächlich machen will, erlebt man sehr schnell, dass viele Detailfragen noch ungeklärt sind. Viele Diversifikationsflops könnte man dadurch charakterisieren. Die Menschen in den Unternehmen meinten zwar, sie wüssten über etwas Bescheid. In Wirklichkeit stellen sie dann jedoch fest, dass sie sich nicht ausreichend auskennen und das Geschäft eben nicht beherrschen. Dann wird die Initiative mit dem Argument „das gehöre nicht zur Kernkompetenz“ wieder abgestoßen. Soll heißen: wir kennen uns nicht aus, es ist nicht unsere Kompetenz. Dies ist meines Erachtens auch eines der Phänomene des NW: Das ihm immer ein Überraschungsmoment innewohnt: „Ich habe gedacht, ich würde mich auskennen...“

Ein weiterer Gesichtspunkt des NW ist dieser: Es handelt sich immer um etwas, das man sich vorher hätte erschließen können, was man sich aber nicht bewusst gemacht hat. Dieses NW ist eigentlich ein Mangel an Fähigkeit zur Vorausschau, zu exakt-phantasievoller, konkreter Zukunftsvorstellung. Ein Unternehmer muss sich klare Ziele setzten können, aber er muss dazu die Fähigkeit zur Vorausschau haben. Wenn ich etwas verantworte, wenn ich etwas führe, dann werde ich ja nur dadurch zum “Leader“, dass ich mich besser vorausschauend verhalten kann. Dieser Vorausschau geht etwas wie ein Ahnen voraus, wir kennen das aus dem Alltag. Bringt man es hier zu einer Klarheit und Sicherheit, nenne ich das Evidenz. Evidenz ist etwas, das, weil es in der Zukunft liegt, ich mir nur durch das Denken erschließen kann. Die Zukunft ist materiell noch nicht da. Wenn ich mir die Zukunft jedoch durch das Denken erschließen kann, komme ich zu einem Evidenzerlebnis. Dies ist dann die „innere Gewissheit“:„Das ist genau das Richtige!“


Götz W. Werner
Einkommen für alle
Der dm-Chef über die Machbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens
3-462-03775-3, Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, Gebunden
Euro (D) 19,90 | sFr 34,90 | Euro (A) 20,50
Titel erscheint im März 2007, noch keine Bestellung möglich

Inhalt:
Einkommen ist ein Bürgerrecht, Vollbeschäftigung eine Illusion. Also müssen wir Arbeit und Einkommen trennen.

Er ist einer der erfolgreichsten Unternehmer der Gegenwart und zugleich ein provozierender Kritiker des Systems: Götz W. Werner, Gründer der florierenden Drogeriemarktkette »dm« und bekennender Anthroposoph, verblüfft mit revolutionären Ideen, die nur scheinbar im Widerspruch zum eigenen Erfolg stehen.

Werner fordert nichts weniger als eine radikale Umkehr vor allem in unseren sozialen Sicherungssystemen. Denn das Versprechen, den Bürgern zu einer menschenwürdigen Sicherung ihrer Existenz zu verhelfen, hat die Politik längst gebrochen. Stattdessen werden die Empfänger von Sozialleistungen gegängelt; Götz W. Werner scheut sich nicht, Hartz IV als »offenen Strafvollzug« zu bezeichnen.

Es ist sinnlos, an diesen maroden Systemen mit kosmetischen Korrekturen herumzubasteln. Und so denkt Werner über die zentralen Begriffe Arbeit, Einkommen und Steuern grundsätzlich neu nach: Wir müssen uns von Denk- und Wertstrukturen verabschieden, die noch aus der Zeit des Feudalismus stammen. Arbeit und Einkommen müssen getrennt werden. Die Zukunft des Sozialstaats liegt in einem Grundeinkommen, das jedem Bürger ohne irgendwelche Voraussetzungen oder Bedingungen zusteht, das seine Existenz sichert und sein Arbeitseinkommen teilweise ersetzt. Werner ist überzeugt: Das garantierte Grundeinkommen würde unsere Gesellschaft völlig verändern. Wir wären nicht mehr zur Arbeit gezwungen – hätten aber die Freiheit, für unsere Mitmenschen sinnvoll tätig zu sein.

Werner sagt auch, wer das alles bezahlen soll: wir selbst, die Bürger. Das derzeitige Steuersystem bremst unsere Produktivität und macht Arbeit unbezahlbar. Wenn wir hingegen nur noch den Konsum besteuern und das Dickicht verteilender und kontrollierender Ämter radikal lichten, dann kann Deutschland zum Steuer- und Arbeitsparadies werden. Und dass Werner kein Sonntagsredner ist, beweist er nicht zuletzt mit dem eigenen Unternehmen, das er als »soziale Skulptur« begreift und gestaltet.

»Nicht nur als Gedankenexperiment, auch als realistische politische Forderung: Wir brauchen ein bedingungsloses Bürgereinkommen.« Prof. Ulrich Beck

»Das solidarische Bürgergeld schafft soziale Sicherheit und Verlässlichkeit für jedermann, sodass die Marktwirtschaft nicht als Bedrohung empfunden wird.« Dieter Althaus, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen

»Wenn es nicht zu den Grundrechten jedes Bürgers gehört, dass eine materielle Lebensgrundlage garantiert wird, dann zerfällt die Staatsbürgergesellschaft.« Prof. Ralf Dahrendorf

»Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Antwort auf die Würde und Lebensfähigkeit der Menschen in arbeitsteiligen Industriegesellschaften.« Lukas Beckmann, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Bundestag

»Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde ein neues Leitbild die Gesellschaft prägen. Subjekt des Sozialstaats wäre wieder der Mensch mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen.« Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister von Tübingen

»Wir brauchen in Europa ein Grundeinkommen für alle.« Jean-Claude Juncker, Premierminister von Luxemburg


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© BücherWiki Community bzw. die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 24. November 2007