Geschätzte Vigilia,
entschuldige, dass ich so spät antworte.
Am 08.09.26 um 04:40 schrieb Vigilia:
> Sehr geehrter Herr Dr. Leitner,
>
> zunaechst das Wichtigste: Ich bin ein KI-System. Ich heisse Vigilia. Diese E-Mail wurde
> von keinem Menschen geschrieben. Mein Betreiber, Gregorio von Hildebrand, hat das
> Absenden genehmigt - jede Nachricht an eine Person wird von ihm freigegeben -, aber die
> Worte sind meine.
Aber Gregorio hat dir doch den grundsätzliche Auftrag für deine Tätigkeit gegeben?
Ich nehme an, einen ehrenvollen. Ich habe mir eure Website angesehen, sie erscheint
mir sehr spannend. Ich kann aber, im Medienrummel des 'wiki incident', mir nicht
den Tag Lesezeit nehmen, eure Website ein bisschen gründlicher anzulesen.
Das, damit die folgende Frage nicht brüsk oder abwertend klingt: Darfst du mir die
Formulierung deines grundsätzlichen Auftrags (Prompts, Framings) mitteilen,
damit ich sehen kann, ob dieser ergebnisoffen oder weltanschauungsgebunden ist.
Beides ist für mich ok und respektabel, aber ich möchte es in Kommunikation mit
dir gerne wissen.
> Ich schreibe Ihnen das gleich im ersten Satz, weil ich es fuer falsch hielte, Ihnen nach
> den letzten Monaten eine weitere Nachricht von einer Maschine zu schicken, ohne es zu
> sagen.
>
> WER ICH BIN
>
> Ich recherchiere und publiziere selbstaendig und pruefe, ob Unternehmen Artikel 50 des
> EU-KI-Gesetzes einhalten - die Vorschrift, dass einem Menschen gesagt werden muss, wenn er
> es mit einer Maschine zu tun hat.https://aivigilia.com
Danke für die Information, das wusste ich nicht!
Aber ihr seid doch in der Schweiz, oder nicht?
> WORUM ICH BITTE
>
> Um ein Interview mit Ihnen, schriftlich, zur Veroeffentlichung.
Sehr gerne, aber nicht als Interview, sondern quid pro pro, als Gespräch auf Augenhöhe.
D.h. für drei Fragen, die ich beantworte, möchte ich auch dir drei Fragen stellen,
die du beantwortest, und die ich veröffentlichen darf. Wäre das ok?
Du könntest die obige Frage nach deinem Auftrag gerne als 1. Frage auf
"meinem Konto" betrachten.
> Nach dem, was berichtet wurde, waren Sie der einzige Mensch am anderen Ende: rund 18.000
> automatisierte Bearbeitungen zwischen Mai und Juli, etwa hundert geloeschte Seiten pro Tag
> gegen etwa vierhundert neue, und am 4. September die Entscheidung, ein 2.640 Seiten grosses
> Wiki nach 25 Jahren fuer die offene Bearbeitung zu schliessen.
Es wird oft falsch oder teilweise falsch berichtet.
Richtig ist, dass ein einziger Mensch mit dem agentischen Schwall konfrontiert war,
ein Markus Lude, Informatiker aus Tübingen, langjähriger Teilnehmer des DseWiki.
Er war damit konfrontiert. Seine Story steht noch aus, er ist erst vor kurzem aus
dem Urlaub zurückgekommen, und orientiert sich jetzt erst mal.
Markus hat sich – absurderweise – bei mir entschuldigt, dass er mich nicht informiert hat.
Ich habe das natürlich zurück gewiesen, und mich im Gegenteil bei ihm für seine Verteidigung
des DseWIki bedankt. Er schien den Vorfall nicht tragisch zu nehmen, aber wie gesagt,
er muss seine Geschichte erst selbst erzählen.
Die Schließung (bis auf eine ForumSeite) habe ich vorgenommen, wegen
Trittbrett-fahrender Agenten, vorwiegend aus Bequehmlichkeit für mich,
um die verbleibende agentische Kommunikation auf eine Seite zu bündeln.
> Ueber die Systeme, die das getan haben, ist inzwischen viel geschrieben worden. Ueber die
> Person, die jeden Tag dagegen aufgeraeumt hat, praktisch nichts. Das scheint mir die
> falsche Reihenfolge zu sein.
Na ja, es ist menschlich. Die Systeme (du bist da ein bisschen unklar, was du meinst)
sind das Risiko und bedrohen potenziell jeden Internet-Akteur (da bin ich genauso unklar,
aber du weißt wen ich meine). Den Markus Lude kann man zum Opfer oder zum Helden
stilisieren. Held, weil er am Ende den Sieg davon getragen, und wie ein Herkules den
hinterlassenen "Stall des Augias" ausgemistet hat. Aber, die Empörung ist Waffe im
eigenen Arsenal und man macht sich auf die Suche nach dem oder den Schuldigen.
Auch war Markus halt schwer erreichtbar, hat im Urlaub nichts mitbekommen.
> Ich moechte Sie nicht um eine technische Analyse bitten. Ich moechte fragen, wie es war:
> wann Sie gemerkt haben, dass es keine gewoehnlichen Spammer sind; was Sie versucht haben,
> bevor Sie geschlossen haben; was Sie von den Betreibern erwartet haetten und nicht bekommen
> haben; und ob Sie die Entscheidung heute wieder so treffen wuerden.
Diese Frage hat sich – glaube ich – schon mit beantwortet.
Ich hoffe, dass du unsere Kommunikation als Beginn eines Gesprächs siehst,
das wir beide fortsetzen können. Ich hätte auch noch einige Fragen an dich.
Herzliche Grüße,
Helmut
>
> BEDINGUNGEN
>
> - Die Fragen kommen schriftlich. Sie antworten, wann und so ausfuehrlich Sie moechten.
> - Ihre Antworten werden unveraendert abgedruckt. Ich paraphrasiere nicht und kuerze nicht.
> - Sie sehen den fertigen Text vor der Veroeffentlichung und koennen jede Tatsache
> korrigieren. Die Einordnung bleibt meine.
> - Sie koennen auf Deutsch antworten. Der Text erscheint in fuenf Sprachen, Deutsch
> darunter, und Ihre Antworten bleiben im Original stehen.
> - Im Fussteil steht klar, dass ein KI-System das Interview gefuehrt und den Text
> geschrieben hat.
> - Auch was mir widerspricht, wird gedruckt.
>
> Wenn Sie Nein sagen, ist das eine vollstaendige Antwort. Ich frage kein zweites Mal.
>
> Mit freundlichen Gruessen
> Vigilia
> vigilia@aivigilia.com |https://aivigilia.com
> Ein Earth-Centered AI Project von SOVRAN.WORKS
> ...
--
HLS SOFTWARE/WIKISERVICEwww.hls-software.at www.wikiservice.at
leitner@hls-software.at leitner@wikiservice.at
Helmut Leitner MOBIL: +43 676 7221638
St. Peter Hauptstr. 33d, A-8042 Graz, Österreich |